Talente gewinnen mit Social Media

Beitrag von: David Döbele
31. Juli 2023

Wollen sich junge Menschen über ein Thema informieren, schauen sie zuerst in die sozialen Medien. Daher liegt es nahe, als Kanzlei dort mit potenziellen Bewerbern in Kontakt zu treten. Allerdings sollten ein paar Grundregeln beachtet werden.

Jede Kanzlei wirbt um die besten Talente – doch nur wenigen gelingt es, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Gleichzeitig haben junge Bewerber heutzutage mehr Möglichkeiten als jemals zuvor, sich über unterschiedliche Arbeitgeber zu informieren und für das bestmögliche Angebot zu entscheiden. Aus diesem Grund erzielen Stellenanzeigen und herkömmliche Rekrutierungsmethoden heutzutage nicht mehr die gewünschten Ergebnisse. In Zeiten des “War for Talents” braucht es innovative Ansätze, um qualifizierte Bewerber zu begeistern, zu gewinnen und zu halten.

Effizientes Recruiting- und Marketingtool

Einer der großen Vorteile des Recruitings über Social Media ist, dass sowohl Suchende als auch Kandidaten erreicht werden können, die noch nicht aktiv geworden sind. Darüber hinaus trägt eine Präsenz auf den einschlägigen Plattformen zur Stärkung des Employer Brandings bei. Indem Unternehmen Einblicke in ihre Arbeit geben und ihre Werte offen kommunizieren, ziehen sie Bewerber an, die zu ihrer Unternehmenskultur passen.

Die Zeiten, in denen Talente mehrere Dutzend Bewerbungen an potenzielle Arbeitgeber wahllos verschickten, sind längst vorbei. Heute informieren sich Absolventen z.T. monatelang über Social Media, bevor sie sich gezielt für eine Bewerbung bei einem konkreten Arbeitgeber entscheiden. Darüber hinaus kann die Nutzung von Social Media auch zur Kundenakquise beitragen. Potenzielle Mandanten werden aufmerksam und bekommen einen Einblick in die Arbeit der Kanzlei.

Unter dem Strich kann Social Media Recruiting auch kosteneffizienter sein als traditionelle Methoden. Die direkte Interaktion mit potenziellen Kandidaten kann den Rekrutierungsprozess deutlich beschleunigen, denn die Bewerber sind durch Ihre Präsenz auf den Plattformen oft bereits gut informiert.

Social-Media-Kompetenz in sieben Stufen

Know-how in Sachen Social-Media-Marketing lässt sich nicht von heute auf morgen erwerben. Ein möglichst breites Publikum lässt sich erreichen, wenn man auf allen relevanten Kanälen präsent ist. Dies sollte jedoch stufenweise und auf Basis einer soliden Strategie erfolgen:

  1. Festlegen der passenden Plattform

Die Wahl der richtigen Plattform ist der erste und entscheidende Schritt. Ob Linkedin, Tiktok, Instagram oder Youtube – jede Plattform hat ihre Besonderheiten und spricht unterschiedliche Zielgruppen an. Daher ist es wichtig zu verstehen, wie die einzelnen Plattformen funktionieren. Linkedin bspw. eignet sich hervorragend für den professionellen Austausch und die Ansprache von Fachkräften, während Tiktok und Instagram besonders bei der jüngeren Generation beliebt sind und mit kreativen Beiträgen punkten können.

  1. Geeignete Content-Ideen definieren

Nachdem die Plattform ausgewählt wurde, geht es an die Erstellung geeigneter Inhalte. Der Content muss zur gewählten Plattform passen, die richtigen Leute ansprechen und gleichzeitig die Firmen-Brand repräsentieren. Die Herausforderung besteht darin, Inhalte zu kreieren, die den Nutzer informieren, unterhalten und dazu anregen, sich zu bewerben. Gleichzeitig müssen sie sich aber auch schnell und einfach erstellen lassen und dürfen nicht aufgesetzt wirken.

  1. Langfristig ausgerichtete Systeme aufbauen

Eine erfolgreiche Social-Media-Strategie benötigt Konstanz und Langfristigkeit. Viele Firmen starten enthusiastisch, lassen ihre Kanäle aber nach einiger Zeit brachliegen – ein Szenario, das abschreckend auf potenzielle Bewerber wirken kann. Von Anfang an sollte ein System etabliert werden, das eine regelmäßige und konsistente Veröffentlichung von Inhalten ermöglicht. Dies kann durch die Einbindung von Mitarbeitern und einer durchdachten Content-Planung erreicht werden. Hier ist vor allem Ausdauer gefragt, da sich Social-Media-Recruiting erst nach monate-, teilweise sogar jahrelanger konstanter Arbeit so richtig auszahlt.

  1. Implementierung von Touchpoint-Abfragen im Recruiting-Prozess

Der Erfolg der Social-Media-Maßnahmen ist nur messbar, wenn man weiß, wie die Bewerber auf das Unternehmen aufmerksam geworden sind. Touchpoint-Abfragen – d.h. Berührungspunkte mit den Nutzern – geben Aufschluss darüber, welche Social-Media-Maßnahmen in der Zielgruppe gut ankommen.

  1. Budgetplanung

Sobald die ersten vier Schritte erfolgreich implementiert wurden, sollte das Budget schrittweise erhöht werden, um Inhalte zu produzieren und zu vermarkten. Aber Vorsicht: Wer zum falschen Zeitpunkt die falschen Maßnahmen beauftragt, produziert vor allem Kosten ohne, dass sich ein nennenswerter Erfolg einstellt. Gehen Sie bedacht vor und investieren Sie vor allem in Social-Media-Maßnahmen, die sich in Ihrer Kanzlei nachweislich bereits bewährt haben.

  1. Konstante Auswertung & Optimierung

Erfolgreiches Social Media Management erfordert eine ständige Überwachung und Optimierung. Kontrollieren Sie Ihre Social Media KPIs und vor allem die Touchpoint-Abfragen im Recruiting-Prozess. Ein hohes Maß an Reichweite bringt nichts, wenn dadurch keine geeigneten Bewerber generiert werden. Optimieren Sie das, was funktioniert, und schalten Sie Kanäle, die nicht funktionieren, ab. Bei der Entscheidung helfen Einblicke in die Referenzwerte vergleichbarer Unternehmen.

  1. Wiederholung auf der nächsten Plattform bis zur digitalen Omnipräsenz

Wenn Sie eine Plattform erfolgreich gemeistert haben, widmen Sie sich der nächsten und beginnen wieder bei Schritt 1. Ziel sollte es sein, nach einiger Zeit auf allen relevanten Plattformen präsent zu sein und so eine maximale Sichtbarkeit und Reichweite zu erzielen. Dies erfordert zwar Geduld und Engagement, aber der Erfolg in Form von qualifizierten Bewerbungen und höherer Sichtbarkeit wird sich auszahlen.

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