Multiple Krisen fordern Betriebe heraus und Insolvenzzahlen erreichen Höchststände: Immer mehr KMU müssen sich restrukturieren. Objektbasierte Ansätze verschaffen Liquidität, um die notwendigen Maßnahmen umzusetzen.
Laut Insolvenztrend des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle ist die Zahl der Firmenpleiten im Juni auf den höchsten Wert seit sieben Jahren geklettert. Die Fälle legten im Vergleich zum Mai 2023 um 16 Prozent und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 48 Prozent zu. Immer mehr KMU geraten in Schieflage: Inflation, Rezession, geopolitische Spannungen, Energiekrise und Herausforderungen bei den Lieferketten – die Multikrise setzt Unternehmen seit Monaten unter Druck. Der Sanierungsbedarf steigt.
Im aktuellen Restrukturierungsbarometer von Finance-Magazin und Struktur Management Partner gehen 83 Prozent der befragten Experten in diesem Jahr von zunehmenden oder deutlich zunehmenden Restrukturierungsfällen aus. Überdies erwarten 40 Prozent wachsende Schwierigkeiten bei der Restrukturierung ihrer Krisenfälle. Ursachen sehen die Sanierungsspezialisten dabei auch im begrenzten finanziellen Spielraum. So schätzen 64 Prozent die Finanzierbarkeit derzeit als schwierig oder sehr schwierig ein.
Kreditinstitute zurückhaltend
Prinzipiell bieten die Instrumente des Insolvenzrechts zahlreiche Möglichkeiten der Sanierung. Neben einer frühzeitigen Neuaufstellung unter Insolvenzschutz im Rahmen eines Schutzschirmes gibt es auch die gerichtliche Sanierung in Eigenverwaltung. Hierbei bleibt der Unternehmer an Bord und kann das operative Geschäft auch während des Verfahrens weiterhin leiten. Selbst eine außergerichtliche Restrukturierung in Eigenregie ist durch das StaRUG bei drohender Insolvenz möglich. Allerdings stehen und fallen diese Sanierungsansätze i.d.R. mit der entsprechenden Liquidität. Es müssen Maßnahmen zur Neuaufstellung erarbeitet und umgesetzt, gleichzeitig muss der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten und finanziert werden. Eine Finanzierungslösung muss daher schnell verfügbar sein: Können notwendige Maßnahmen nicht umgehend eingeleitet werden, verlieren wichtige Stakeholder wie Kunden, Partner und Angestellte leicht das Vertrauen und wenden sich vom Betrieb ab. Dies kann die Notlage weiter vertiefen und schließlich unumkehrbar machen.
Hausbanken stehen in der Restrukturierung meist nicht als Kapitalgeber zur Verfügung. Sie sind oft Hauptgläubiger und werden in der unsicheren Situation kaum zusätzliche Kreditlinien bereitstellen. Und selbst wenn die Sanierungsabteilung des Geldhauses dazu bereit wäre: Die Basel-Regulierungen machen es ihr schwer, tätig zu werden. So hat die Bank etwa mehr Eigenmittel für ihre Risikopositionen zu hinterlegen und überdies eine strikte Obergrenze bei der Verschuldungsquote zu beachten.
Die Kreditinstitute müssen angesichts der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten ohnehin verstärkte Vorsicht walten lassen. Sie sind daher noch deutlicher auf die optimale Bonität eines Unternehmens fixiert. Diese ist in einer Restrukturierung naturgemäß kaum gegeben. KMU haben in dieser Lage jedoch Alternativen. Dazu zählt die objektbasierte Finanzierung, deren Modelle wie Sale- and-lease-back oder Asset-based Credit bonitätsunabhängig und auch in der Krise schnell verfügbar sind.
Finanzierung dank Maschinenpark
Das Modell Sale-and-lease-back (SLB) hilft dabei, Liquidität durch reine Innenfinanzierung zu erhalten. Dazu werden werthaltige mobile und fungible Maschinen-, Anlagen- oder Fuhrparks an einen Finanzier verkauft und unmittelbar zurückgeleast. Sie sind somit ununterbrochen im operativen Geschäft nutzbar. Mit SLB können stille Reserven gehoben und Liquidität für außergerichtliche Restrukturierungsmaßnahmen, eine Unternehmenssanierung und auch für den Fall einer Insolvenz freigemacht werden. Da von der ersten Anfrage bis zur Auszahlung des Kaufpreises nur wenige Wochen vergehen, stehen selbst unter Zeitdruck Lösungen bereit. Die Finanzierung unterstützt auch den Kauf eines notleidenden Unternehmens oder steht für die Auftragsvorfinanzierung nach einer überstandenen Krise bereit.
Breit besicherbare Kreditoption
Wenn es darum geht, eine Schieflage zu beheben und ein Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen – gerichtlich oder außergerichtlich –, dann kann auch der objektbasierte Ansatz Asset-based Credit aussichtsreich sein. Diese Spezialfinanzierung bietet Produktionsbetrieben, Händlern und Dienstleistern einen Lösungsansatz – bis hin zum Massekredit im Rahmen einer Insolvenz. Zur Besicherung kann dabei das gesamte Anlage- und Umlaufvermögen des Betriebs genutzt werden: von Maschinen und Fahrzeugen über das Handels- und Fertigwarenlager bis hin zu Sachwerten und Immobilien. Entscheidend für die Vergabe der kurz- bis mittelfristigen Kredite und die Werthaltigkeit und Marktgängigkeit der Objekte.
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