Erfolgsfaktor Investorenwahl

Beitrag von: Thorsten Stark
27. September 2023

Passt der Investor nicht richtig zum Unternehmen, sind Konflikte programmiert. Konkrete Auswahlkriterien, eine gute Vorbereitung und Fingerspitzengefühl helfen bei der Suche und sorgen für eine gelungene Partnerschaft.

 Aus Sicht des Unternehmens bietet ein M&A-Projekt die Möglichkeit, Wachstum zu generieren und die eigene Position im Markt zu stärken. Allerdings ist die Wahl des richtigen Investors entscheidend, für den langfristigen Erfolg. Einige Aspekte sollten im Vorfeld geklärt werden:

Hohe Kompetenz, gutes Netzwerk: Ein Investor ist nicht nur Kapitalgeber, sondern auch Partner auf Zeit. Daher sollte er die strategischen Visionen des Unternehmens teilen und aktiv zur Wertsteigerung beitragen können. Dazu gehört neben Fachwissen und Branchenerfahrung auch der Zugang zu einem guten Netzwerk. Zudem sollte er in der Lage sein, dem Unternehmen neue Märkte, Technologien oder Ressourcen zu erschließen.

Guter Track Record: Des Weiteren spielen die finanzielle Stabilität und Reputation eine wichtige Rolle. Neben ausreichenden Ressourcen sollten Kapitalgeber auch unerwartete Herausforderungen bewältigen können. Ein Blick auf die bisherigen Investitionen und Erfolge sowie die Überprüfung des Renommees in der Branche können hier Aufschluss geben.

Strategische Ausrichtung im Einklang: Eine der wichtigsten Überlegungen bei der Investorenauswahl ist die strategische Ausrichtung. Die Kapitalgeber sollten eine klare Vorstellung davon haben, wie sie zum Erfolg des M&A-Projekts beitragen können und welche Synergien bestehen. Eine sorgfältige Abstimmung der langfristigen Ziele und Perspektiven stellt sicher, dass alle an einem Strang ziehen.

Chemie muss stimmen: Unterschätzt wird häufig auch die Bedeutung der Unternehmenskultur. Unterschiedliche Unternehmensphilosophien und Werte können zu Konflikten führen. Eine harmonische Zusammenarbeit ist jedoch entscheidend, damit eine reibungslose Integration gelingen kann.

Langfristiger Ansatz: Ein M&A-Prozess erfordert Zeit und Geduld, damit er seine volle Wirkung entfalten kann. Eine kurzfristige Denkweise mit der Absicht, schnell wieder auszusteigen, kann den Erfolg des gesamten Projekts gefährden. Die Investoren sollten daher bereit sein, langfristig zu investieren, um das Unternehmen bei seiner Entwicklung zu unterstützen.

Offene Kommunikation

Sind diese Aspekte geklärt, geht es darum, bereits in der frühen Phase der M&A-Planung Vertrauen aufzubauen und Vorbehalte zu überwinden, sowohl zwischen den beteiligten Parteien als auch innerhalb des eigenen Unternehmens. Nur so lassen sich die Herausforderungen bewältigen, die mit der Komplexität des Transaktionsprozesses einhergehen. Eine offene und transparente Kommunikation zwischen Unternehmen und Investor schafft die Basis für die spätere Zusammenarbeit. Beide Seiten müssen ihre Ziele, Erwartungen und Bedenken klar formulieren, sodass ein Gefühl der Offenheit und Transparenz entsteht und Vertrauen wachsen kann. Fehlt gegenseitiges Vertrauen, kann es zu Missverständnissen, Unstimmigkeiten oder sogar zum Scheitern des M&A-Prozesses kommen.

Mitarbeiter einbeziehen

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einbeziehung des Managements auf allen Ebenen. Das Führungsteam sollte an den Erfolg des M&A-Prozesses glauben, um auch die Mitarbeiter und Stakeholder von den Vorteilen der Fusion überzeugen zu können. Der M&A-Prozess kann bei der Belegschaft Ängste und Unsicherheiten im Hinblick auf die Zukunft des Unternehmens und die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes hervorrufen. Offene Kommunikation und Transparenz wirken Skepsis und Vorbehalten bei den Mitarbeitern entgegen. Zudem sollten auch kulturelle Aspekte wie unterschiedliche Werte und Arbeitsweisen anerkannt und berücksichtigt werden. Durch die Schaffung einer integrativen Kultur können die besten Elemente beider Unternehmen vereint werden.

Externe Stakeholder informieren

Neben der internen Vertrauensbildung ist auch die externe Kommunikation von großer Bedeutung. Die beteiligten Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie ihre Kunden, Lieferanten und Investoren über den M&A-Prozess informieren und deren Bedenken ernst nehmen. Ein offener Dialog mit externen Partnern minimiert mögliche Störungen im Geschäftsbetrieb. Eine erfolgreiche Unternehmenstransaktion erfordert mehr als nur die Abwicklung von Verträgen und die Sicherstellung der Finanzierung. Kompetenz, Erfahrung, Fingerspitzengefühl und Überzeugungskraft sind daher wichtige Eigenschaften von erfolgreichen M&A-Beratern, die solche Prozesse begleiten.

Illustration: 123rf.com/olhachernova

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